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tipps zum selbstwert

Ein hoher Selbstwert ist eine wichtige Voraussetzung, um sich auf neue Gewohnheiten einlassen zu können. Gefühle von positivem Selbstwert sind nicht angeboren, sondern sie gedeihen in einer Atmosphäre, in welcher individuelle Verschiedenheiten geschätzt sind, Fehler toleriert werden, wo man offen miteinander spricht und wo es bewegliche Regeln gibt (Virginia Satir).

Bezogen auf Gewichtsprobleme heisst das:

1. Finde dein Wohlfühlgewicht
"dick" und "dünn" werden von der Gesellschaft oder deiner Bezugsgruppe festgelegt. Statt diese Definitionen vorbehaltlos zu übernehmen, verlass dich lieber auf deine eigenen Empfindungen und Massstäbe.
Viel zu viele Menschen leben zur Zeit leider nach dem Motto: "je dünner desto besser". Dass dies ein grosser Irrtum ist, wissen zwar viele, doch es braucht einigen Mut sich darüber hinweg zu setzen. Das Gewicht, bei dem du dich wohl fühlst ist dein Wohlfühlgewicht, auch wenn es nicht mit dem deiner Freundinnen und Freunde oder der Fotomodelle in den Illustrierten übereinstimmt. Es sind schliesslich auch nicht alle Menschen auf dieser Welt 1.75 m gross.

2. Lerne zu dir selbst zu stehen – betrachte dein eigenes Übergewicht wie "einen guten Freund"
Du blockierst dich selbst, wenn du erst dann bereit bist, dich zu akzeptieren, wenn du ein bestimmtes Gewicht erreicht hast. Menschen, die mit der Einstellung "ich will mein entsetzliches Übergewicht sofort loswerden" abnehmen wollen, mobilisieren automatisch Gegenkräfte ihres Körpers. Es wird dir leichter fallen dein Verhalten umzustellen und abzunehmen, wenn du es aus einer bejahenden und nicht aus einer ablehnenden Einstellung gegenüber deinem eigenen Körper tust.

3. Übernimm dich nicht beim Abnehmen – Kreativität bringt mehr als Druck
Falls du sicher bist, dass dein momentanes Gewicht deutlich über deinem Wohlfühlgewicht liegt, dann konzentriere dich auf kleine und konkrete Verhaltensänderungen in Bezug auf dein Essverhalten, Bewegung oder Entspannung (die Prioritätenwahl kannst du den entsprechenden Tests entnehmen). Wichtig dabei ist, dass du dich selbst nicht unter Druck setzt, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt mindestens soviel Kilogramm abgenommen zu haben. Achte vielmehr darauf, dass du ganz konkrete Dinge in deinem Alltag veränderst. Sei es nun, dass du konsequent nicht mehr vor dem Fernseher etwas isst, dass du einmal pro Woche eine Stunde Walken, Schwimmen oder Radfahren gehst oder dass du anfängst regelmässig Tagebuch zu schreiben und Entspannungsübungen zu machen. Dabei darfst du dich nicht überfordern und dir zuviel vornehmen, und du brauchst Geduld und Zeit bis aus neuen Verhaltensweisen vertraute Gewohnheiten werden. Eine mögliche Gewichtsabnahme würde dann sozusagen als willkommene Nebenwirkung eintreten.

 

Auszüge aus Virginia Satirs Bekenntnis zur Selbstachtung:

Es gibt auf der ganzen Welt keinen, der mir vollkommen gleich ist. Es gibt Menschen, die in manchem sind wie ich, aber niemand ist in allem wie ich. Deshalb ist alles was von mir kommt, original mein; ich habe es gewählt. Alles was Teil meines Selbst ist, gehört mir – mein Körper und alles, was er tut, mein Geist und meine Seele mit allen dazugehörigen Gedanken und Ideen, meine Augen und alle Bilder, die sie aufnehmen, meine Gefühle, gleich welcher Art: Ärger, Freude, Frustration, Liebe, Enttäuschung, Erregung; mein Mund und alle Worte, die aus ihm kommen, höflich, liebevoll oder barsch, richtig oder falsch, meine Stimme, laut oder sanft, und alles, was ich tue in Bezug zu anderen und zu mir selbst.
Mir gehören meine Fantasien, meine Träume, meine Hoffnungen und meine Ängste. Mir gehören alle meine Siege und Erfolge, all mein Versagen und meine Fehler.
Ich weiss, dass es manches an mir gibt, was mich verwirrt, und manches, was mir gar nicht bewusst ist. Aber solange ich liebevoll und freundlich mit mir selbst umgehe, kann ich mutig und voll Hoffnung darangehen, Wege durch die Wirrnis zu finden und Neues an mir selbst zu entdecken ...
Ich gehöre mir, und deshalb kann ich mich lenken und bestimmen.
Ich bin Ich, und ich bin o.k.
Virginia Satir: Selbstwert und Kommunikation (1975).


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